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Raum und Begegnung

Identität ist ein Schlüsselwort der Moderne. Sie entsteht in einer Dialektik der Begegnung mit einem Gegenüber, dessen Unverfügbarkeit oft unerträglich, aber gleichzeitig unvermeidlich für das Selbst-Sein ist. Kognition, Körper, Leib und soziale Interaktion müssen ineinanderfließen, damit Identität entstehen kann. Zudem muss sie über einen biographischen Verlauf hinweg behauptet werden, um länger als für einen flüchtigen Moment hinaus Bestand haben zu können. 

Jede Begegnung geschieht zudem in einem Raum, der nicht nur in weiterem Sinne gesellschaftlich, sondern auch anderweitig – z.B. architektonisch oder topographisch – geformt ist. Der Einfluss des Raumes auf Begegnung ist diffus, kaum fassbar, aber gleichwohl von großer Wirkmächtigkeit: Auf dem Parkplatz eines Supermarktes begegnen sich Menschen anders als im Lesesaal einer Bibliothek, vor Raffaels “Sixtinischer Madonna” anders als an der Bushaltestelle. 

Sozialwissenschaftlich können Raum und Begegnung auf unterschiedliche Weise gefasst werden. Besonders relevant sind hier praxis- und systemtheoretische Entwürfe aus der Soziologie.

Interdisziplinäre Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Wechselwirkung von Raum und Begegnung, indem sie Themen wie Heimat in der Migrationsgesellschaft, Inklusion als Projekt kommunikativer Anerkennung und die Auswirkungen von Raum auf den Tourismus untersuchen. Weitere Schwerpunkte sind Begegnung als Event, die Rolle von Raum und Kommunikation sowie die Entwicklung virtueller Räume, die neue Formen der Interaktion und Identitätsbildung ermöglichen. Diese Projekte eröffnen neue Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen und tragen zur Entwicklung nachhaltiger, inklusiver Lösungen bei.

Unsere Forschungsprojekte

Die folgenden Projekte beschäftigen sich mit verschiedenen gesellschaftlichen Herausforderungen und zielen darauf ab, durch praxisorientierte Forschung und innovative Ansätze neue Lösungen zu entwickeln.

Leerstandsanalyse Dresdner Innenstadt

Wie kann der Leerstand in der Dresdner Innenstadt nachhaltig reduziert werden? Im Rahmen einer umfassenden Leerstandsanalyse gewinnt die FHD in Zusammenarbeit mit dem City Management Dresden e.V. und der Elbmind GmbH wertvolle Erkenntnisse. Eine breit angelegte Befragung von Bürgern und Innenstadtakteuren soll deren Bedürfnisse und Perspektiven erfassen. Ziel ist es, eine fundierte Datenbasis für zukünftige Stadtentwicklungsprozesse zu schaffen. Die FH Dresden ist für die wissenschaftliche Konzeption der Befragung und die Auswertung der Ergebnisse verantwortlich. Um die Neutralität und Glaubwürdigkeit der Studie zu gewährleisten, werden die Zwischenergebnisse und die Abschlusspräsentation den Vertretern der Presse vorgestellt.

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IN-Tour: INclusive TOURism professions. European curricula for accessible tourism manager and frontline staff

Mit dem Erasmus+-Projekt IN-Tour wird die Qualifizierung im Bereich des barrierefreien Tourismus in Europa revolutioniert. Ziel ist die Entwicklung eines europäischen Curriculums für Tourismusmanager (EQF 6) und Service-Mitarbeiter (EQF 5), das den Anforderungen an einen inklusiven Tourismus gerecht wird. Menschen mit Behinderungen und spezielle Bedarfe sollen künftig uneingeschränkt an touristischen Erlebnissen teilhaben können. Das Projekt verbindet soziale Verantwortung mit wirtschaftlichem Nutzen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Tourismussektors. Ein flexibles, modulares Ausbildungssystem wird geschaffen, das in allen EU-Mitgliedstaaten anwendbar ist. Die Fachhochschule Dresden (FHD) trägt mit der Entwicklung digitaler Lehrmaterialien und der Erprobung der Curricula zur erfolgreichen Umsetzung bei. Mit starken Partnern aus Wissenschaft und Praxis setzt IN-Tour neue Maßstäbe für eine zugängliche Tourismusbranche in Europa.

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UNEMI - Ecuador - Tourismus & Event Management

Leitbildentwicklung Kamenz 2030

Im Projekt wird die Zukunft der Lessingstadt Kamenz in einem offenen und bürgerbeteiligten Prozess gestaltet. Mit der Unterstützung der Bürger*innen werden Visionen und konkrete Ziele für die Stadtentwicklung erarbeitet, die als Grundlage für zukünftige Entscheidungen dienen. Ziel ist es, ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Leitbild zu schaffen, das alle Stadtteile einbezieht und neue Impulse für die regionale Entwicklung setzt.

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