
Professur Medieninformatik mit Schwerpunkt interaktive Programmierung/ Game Entwicklung
Prof. Dr.-Ing. Marius Brade
Kontakt
Campus Straßburger Platz | Raum 503
Tel +49 351 44 45-409
m.brade@fh-dresden.eu

„Wie lernen wir morgen?“ Unter dieser zentralen Leitfrage stellte bereits der Dies Academicus 2026 an der Fachhochschule Dresden im Frühjahr die Weichen für die Zukunft von Studium und Lehre: Welche Kompetenzen brauchen Absolventinnen und Absolventen in einer Arbeitswelt, die von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und ständigem Wandel geprägt ist?
Nächste Woche erreicht diese Debatte die Fachkonferenz „Brains on Silicon 2026“. Unter dem Leitmotiv „Closing the implementation gap“ diskutiert die Tech-Branche genau dort weiter, wo die FHD bereits Antworten erarbeitet hat.
Eines der Panels des Konferenzprogramms nahm seinen Anfang direkt am Straßburger Platz. Bereits im März 2026 initiierte die FHD einen offenen Austausch zwischen Wissenschaft und regionalen IT-Unternehmen wie queo, ACP Group und Steinbeis.
Dort beschrieben Führungskräfte den Arbeitsalltag: Entwicklerteams schreiben immer weniger eigenen Code und prüfen stattdessen vor allem KI-Ergebnisse. Das erhöht den Kontrollaufwand und bindet viel Zeit. Die Erkenntnisse des Austausches bringen Prof. Dr.-Ing. Marius Brade und Manja Unger-Büttner nun gemeinsam mit den Teilnehmern der Arbeitsgruppe auf die Konferenzbühne.
11:40 bis 11:50 Uhr (Stage 4) | Impulsvortrag:
„Vision: Das Education Framework für das KI-Zeitalter“
Prof. Dr.-Ing. Marius Brade spricht zur Neuausrichtung der Hochschullehre weg von reiner Syntax-Erstellung hin zu präziser Anforderungsanalyse, Nutzerzentrierung und kritischem Review.
12:00 bis 12:45 Uhr (Stage 4) | Diskussionspanel:
„Kompass statt Code: Wie und was müssen wir im KI-Zeitalter lernen?“
Prof. Dr. Marius Brade diskutiert bildungspolitische Weichenstellungen gemeinsam mit Robert Denk (SMWK), Prof. Dr. Wolfgang Lehner (TU Dresden / Wissenschaftsrat) und Prof. Dr. Matthias Vodel (Hochschule Mittweida).
16:00 bis 16:25 Uhr (Stage 3) | Diskussionspanel:
„Zwischen Output-Flut und Sinnsuche: Welche Skills Entwickler-Teams heute brauchen“
Die an der FHD gestartete Arbeitsgruppe stellt Ansätze gegen kognitive Überlastung und sogenannten Code-Waste im Entwickleralltag vor.
Die Programmpunkte auf der Brains on Silicon verdeutlichen, worauf es in der Praxis ankommt: Wer im Berufsleben nicht von generativer KI überrollt werden will, benötigt Urteilskraft und Orientierung. An der Fachhochschule Dresden wurde sich mit diesem Thema bereits im Frühjahr zum Dies Academicus intensiv auseinandergesetzt.
Unter dem Leitmotiv „Zukunft gestalten, Lehre weiterdenken“ wurden fünf Future-Skill-Cluster definiert, die das Fundament zukunftsfähiger Studiengänge bilden: Human-Tech-Collaboration, Critical Thinking, Creative Confidence, Empathy & Care sowie Adaptive Learning. Sie bereiten Studierende praxisnah auf die veränderten Anforderungen der Arbeitswelt von morgen vor. Künstliche Intelligenz dient dabei als Werkzeug, während die fachliche und ethische Beurteilung beim Menschen liegt.
Drei Beispiele zeigen, wie dieser Anspruch im Studienalltag an der Fachhochschule Dresden verankert ist:
Im Bachelorstudiengang Digital Media Design programmieren Studierende beim Game Jam spielbare Prototypen in kurzer Zeit. Generative Werkzeuge unterstützen bei Skripten, Logikbausteinen und visuellen Entwürfen. Doch den eigentlichen Test besteht keine Software allein: Schülerinnen und Schüler der Akademie für berufliche Bildung (AFBB) testen die Spiele direkt am Campus. Ob Spielmechanik, Frustrationslevel und Spielspaß funktionieren, entscheidet das ungefilterte Feedback der Testspieler. Die Studierenden müssen diesen realen Anforderungen in ihren Entwicklungen gerecht werden und das Feedback iterativ in ihr Spieldesign einarbeiten. So trainieren sie gezielt die Kompetenzfelder Human-Tech-Collaboration und Creative Confidence.
Auch in den Studiengängen Tourismus & Event Management sowie Business Administration liefert KI Marktanalysen, Zielgruppenprofile und Landingpage-Entwürfe. Wie belastbar solche Daten sind, zeigte das Praxisprojekt für die Stadt Neustadt in Sachsen: Bei der Abschlusspräsentation vor Entscheidungsträgern aus Stadtrat und Tourismus zählten keine automatisierten Entwürfe, sondern festgelegte Haushaltsbudgets, lokale Interessen und persönliches Verhandlungsgeschick vor Ort. Die Studierenden schärfen damit ihr Critical Thinking: Sie lernen, Datenquellen methodisch zu hinterfragen und wirtschaftliche Entscheidungen fundiert zu begründen.
In den Studiengängen Sozialpädagogik & -management sowie Pflege- & Gesundheitsmanagement unterstützen digitale Werkzeuge bei Dienstplänen und der Strukturierung von Falldokumentationen. Doch die Kernaufgabe bleibt zwischenmenschlich. Wie Prof. Dr. Markus Andrä in seiner aktuellen Fachveröffentlichung zur professionellen Haltung hervorhebt, verlangt soziale Arbeit eine fortlaufende kritische Selbstreflexion. Ethische Entscheidungen im Kinderschutz oder die persönliche Begleitung von Patientinnen und Patienten am Krankenbett lassen sich nicht an Algorithmen delegieren. Die Studiengänge verankern das Handlungsfeld Empathy & Care, um menschliche Fürsorge und moderne Steuerungsprozesse zukunftssicher zu verbinden.
Künstliche Intelligenz ersetzt menschliches Fachwissen nicht, sondern steigert den Stellenwert von Urteilskraft, Empathie und Systemverständnis. Wer erleben möchte, wie Wissenschaft und regionale Wirtschaft diesen Wandel gemeinsam gestalten, trifft unsere Lehrenden am 14. September auf der Brains on Silicon 2026.

Prof. Dr.-Ing. Marius Brade
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Manja Unger-Büttner
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Tel +49 351 4445-465
m.unger-buettner@fh-dresden.eu