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Marktökonomie an der Fachhochschule Dresden mit dem SDF-Modell

Neues Modell erweitert bisherige Marktlogik um Wettbewerb und Kooperation

Das Service Duality Framework zeigt, warum Unternehmen Partner und Konkurrenten gleichzeitig sein müssen

Im Journal of Business & Industrial Marketing ist ein neues Modell erschienen, das ein zentrales Prinzip moderner Wirtschaft konzeptionell untermauert. In der Publikation „Reframing service-dominant logic: the interplay of cooperation and competition in market ecosystems“ zeigen Prof. Dr. Renata Klafke, Prof. Dr. Nicholas Grigoriou sowie Prof. Dr. Marco Richter, der an der Fachhochschule Dresden (FHD) tätig ist, dass Unternehmen nicht nur kooperieren, sondern gleichzeitig miteinander konkurrieren – und dass genau dieses Spannungsfeld entscheidend für wirtschaftlichen Erfolg ist.

Erweiterung der Marktlogik: Gleichgewicht zwischen Gegensätzen

Bisherige Modelle wie die Service-Dominant Logic (SDL) betonen vor allem die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Kunden und Partnern und gehen davon aus, dass Wert nicht allein durch Produkte entsteht, sondern durch gemeinsame Nutzung und Kooperation.

Modell Service Ecosystem

Um diese Perspektive zu ergänzen, zeigen die Autoren, dass Unternehmen in der Praxis Kooperation und Wettbewerb oft gleichzeitig gestalten. Als Lösung schlagen sie das sogenannte Service Duality Framework (SDF) vor. Dieses Modell beschreibt Wertschöpfung als dynamisches Zusammenspiel beider Kräfte:

  • Kooperation
  • Wettbewerb

Der zentrale Gedanke: Unternehmen müssen beides parallel managen. Erfolg entsteht nicht durch einseitige Zusammenarbeit, sondern durch ein ausgewogenes Verhältnis beider Seiten.

Schlüsselkonzepte des SDF

Das SDF führt dafür drei Schlüsselkonzepte ein:

  • Kooperationsvorteil: Nutzen durch Zusammenarbeit
  • Wettbewerbsvorteil: Differenzierung gegenüber anderen
  • Dynamisches Gleichgewicht: Balance zwischen beiden Kräften

Unternehmen als Partner und Rivalen zugleich

Das Prinzip der gleichzeitigen Kooperation und Konkurrenz wird besonders anschaulich an diesem Beispiel aus der Praxis.

Bei Uber arbeiten Fahrer (Subunternehmer) und Plattform eng zusammen, da beide voneinander abhängig sind: Fahrer nutzen die Plattform, um Fahrgäste zu erreichen, während Uber auf Fahrer angewiesen ist, um seinen Service anzubieten. Gleichzeitig besteht jedoch ein Spannungsverhältnis, da Fahrer eine möglichst hohe Bezahlung anstreben, während Uber seinen eigenen Gewinn maximieren möchte. Dieses Zusammenspiel aus Kooperation und konkurrierenden Interessen verdeutlicht das dynamische Gleichgewicht im Service Duality Framework.

„Beidhändiges“ Management als Schlüssel

Die Studie betont die Bedeutung von organizational ambidexterity – also der Fähigkeit von Unternehmen, gleichzeitig kooperativ zu handeln und im Wettbewerb zu bestehen. Das neue Modell zeigt, wie Unternehmen durch dieses „beidhändige“ Vorgehen gemeinsam Wert schaffen.

Mit ihrem Ansatz erweitern die Autoren die bisherige Theorie: Wert entsteht demnach nicht mehr nur durch Zusammenarbeit, sondern durch das gleichzeitige Spannungsfeld von Kooperation und Wettbewerb.

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Co-Autor des Artikels im Journal Business & Industrial Management

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