
Prof. Dr. phil. Markus Andrä

Studiengangsleiter Sozialpädagogik & -management (B.A.) berufsbegleitend
Professor für Soziale Arbeit
Campus Straßburger Platz | Raum 126
Tel +49 351 44 45-433
m.andrae@fh-dresden.eu
Akademisches Profil
Markus Andrä ist Wissenschaftler und Praktiker der Sozialen Arbeit. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen als Dozent, Forscher, Sozialarbeiter und Erzieher. Er möchte Studierende nicht nur zur Analyse und Kritik gesellschaftlicher Zustände ermutigen, sondern auch zur Suche nach befreienden Handlungsalternativen. Wesentliche Grundlage sozialarbeiterischer Kompetenz ist für ihn die fortlaufende Arbeit an einer Haltung im Sinne von Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession.
Akademischer und beruflicher Werdegang
Markus Andrä studierte von 1994 bis 2000 Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Dresden. Anschließend arbeitete er bis 2010 in der Offenen Jugendarbeit und in einer Kindertagesstätte. Von 2010 bis 2014 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Evangelischen Hochschule Dresden für eine durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Studie zum pädagogischen Handeln von Erzieherinnen und Erziehern verantwortlich.
Seit 2011 übernimmt er Lehraufträge, u. a. an der Evangelischen Hochschule Dresden sowie an der FH Campus Wien. Von 2015 bis 2017 war er zudem Dozent und Klassenleiter in der Fachschulausbildung von Erzieherinnen an der Fachschule des DRK Bildungswerkes Dresden. Im Jahr 2017 wurde Markus Andrä an der Technischen Universität Dresden zum Dr. phil. promoviert. In seiner Dissertation entwickelte er einen qualitativen videographischen Zugang zu Geschlechterkonstruktionen in der Kindheitspädagogik. Seit 2018 ist er Professor für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Dresden.
Forschungsschwerpunkte
Zu den Forschungsschwerpunkten zählen Identitätsbildung durch mikrosoziale Diskurse, Berufsbiografien, Bildungsprozesse und -räume sowie Schulabsentismus und Familienbildung. Grundlage seiner Forschungsperspektive ist das interpretative Paradigma. Da Soziale Arbeit wesentlich in Interaktions- und Beziehungsprozessen stattfindet, richten qualitative Forschungszugänge den Blick auf Aspekte, die durch standardisierte Verfahren häufig nur eingeschränkt erfasst werden können. Dabei nutzt Markus Andrä insbesondere videographische und metaphernanalytische Verfahren, um Interaktions- und Deutungsprozesse in ihren situativen Kontexten zu rekonstruieren.
Lehre
Markus Andrä gestaltet Lehrveranstaltungen zu folgenden Themenbereichen:
Geschichte, Theorien und Methoden Sozialer Arbeit
- Geschichte und Theorien Sozialer Arbeit
- Berufliche Identität und Handlungsethik
- Handlungsfelder und Methoden
Bezugswissenschaftliche Grundlagen
- Anthropologie
- Kommunikation und Interaktion
- Entwicklung, Sozialisation und Lernen
- Interkulturalität und Gender
Weitere Lehrgebiete
- Performative Interventionen
- Männer in Sozialer Arbeit, Kindheitspädagogik und Pflege
Projekte (Auswahl)
2018-2020: Internationale Interviewstudie zu Berufsbiografien männlicher Fachkräfte in der Kindheitspädagogik („International research project on men‘s career trajectories in and out of Early Childhood Education and Care“)
2019-2020: Evaluation des Projektes „Straßenschule“ des Treberhilfe Dresden e. V.
2019-2023: Untersuchung der Situation der Unterstützungssysteme im Problemkontext Schulabsentismus in Dresden
seit 2023: „F1“ – Begleitforschung zur sozialräumlichen Weiterentwicklung der Familienbildung an vier Standorten in Dresden
Veröffentlichungen (Auswahl)
Andrä, M. (2026). Professionelle Haltung in der Sozialen Arbeit. Eine Wanderung durch ein weites Begriffsfeld. Corax, 2026 (2), 14-17.
Andrä, M., & Pittius, K. (2025). Schulabsentismus aus biografischer Perspektive. Pädagogik, 2025 (3), 35-38.
Brody, D. L., & Andrä, M. (2023). „It wasn’t a romantic marriage”: A metaphor analysis of male early childhood educators’ career narratives. Journal of Men’s Studies, 31 (1), 89-107.
Andrä, M., & Behnert, M. (2022). „Ich werde maximal ermutigt, irgendwie“. Die Straßenschule der Treberhilfe Dresden als sozialisatorischer Zwischenraum. In W. Baros et al. (Hrsg.), Kritische Pädagogik und Bildungsforschung – Anschlüsse an Paulo Freire (S. 383-399). Wiesbaden: VS-Verlag.
Andrä, M., & Wetzel, J. (2022). Von der Metaphysik der Sitten zur Praxis der Menschenrechtsprofession. Versuch einer Wegbeschreibung. Zeitschrift für Menschenrechte. Journal for Human Rights, 2022 (2), 115-132.
Andrä, M. (2020). Male childcare workers as promoters of diversity. Conclusions from a qualitative analysis in German EEC-institutions. Early Years: An International Research Journal, 40 (1), 82-94.
Frei verfügbare Texte und eine Übersicht über die Forschungsaktivitäten von Markus Andrä: https://www.researchgate.net/profile/Markus-Andrae-2/research
Vorträge (Auswahl)
Andrä, M. (2026). Schulabsentismus. Erklärungsversuche zwischen Personen, Lebenswelten und Strukturen. 70. Pädiatrischer Fortbildungsabend. Dresden.
Andrä, M., & Pittius, K. (2025). Empirische Forschung in Kooperation mit der Kommune. Jahrestagung des Netzwerks Rekonstruktive Soziale Arbeit. Nürnberg.
Andrä, M. (2024). Weltanschauliche Vielfalt in der Kinder- und Jugendhilfe und deren Bedeutung für die sozialarbeiterische Handlungspraxis und die professionelle Haltung. Trägertag der gKJHG Roter Baum mbH. Dresden.
Andrä, M. (2023). From Philosophical Abstractions to a Human Rights Based Practice. IFSW European Conference. Prague.
Andrä, M., & Brody, D. (2023). Digging Deep into Narratives. Metaphor Analysis as a Qualitative Research Tool. University of Lancaster. Lancaster (UK). (online)
Engagement
Markus Andrä ist Mitglied folgender Fachgesellschaften und Initiativen:
- Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft
- Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit
- Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e. V.
- Laubegast ist bunt e. V. – Netzwerk für einen weltoffenen, toleranten und bunten Stadtteil