Logo Weltoffene Hochschulen
Main-Visual

Altersspezifische Biographiearbeit

Das Erfordernis der Thematisierung der eigenen „Biographie“ ist  historisch betrachtet keineswegs neu, doch hochaktuell:

In Zeiten ökonomischer und humanitärer Krisen können gerade noch stabil geglaubte institutionelle Rahmenbedingungen und Sicherheiten wegbrechen, was eine kohärente Lebensplanungen auf bisher aufgebautem verunmöglicht; können sich durch  Veränderungen des Arbeitsmarktes und durch den Umbau des Bildungs- und Sozialsystems Zukunftsplanungen in der Gegenwart auflösen, was Individuen immer mehr auf ihr unternehmerisches selbst reduziert.

Das erfordert neben Anpassungsleistungen an disparate Netzwerke mit unterschiedlicher Systemlogik, eine weitgehendste Flexibilisierung der Lebensverhältnisse in immer kürzeren Zeiträumen.

Diese Normalisierungsanstrengungen bedürfen „biographischer Arbeit“ in einer spezifischen-, gesteigerten Form, um das Leben eigenständig zu gestalten und in einem sozialen Kontext als anerkannte Biographie einbringen zu können, was für zunehmende Teile der Bevölkerung immer schwieriger gelingt.

Inhalte:

Biographische Orientierung bestimmt Theorien und Handlungskonzepte der Sozialen Arbeit in unterschiedlichsten Berufsfeldern (bspw. der aufsuchenden Familienarbeit, der beruflichen Orientierung und Bildung oder der Kompetenzberatung), die mittels spezifischer Verfahren darauf zielen, die Konstruktion der eigenen Biografie durch den Klienten wieder selbst aufdeck- und verstehbar werden zu lassen.

Biographiearbeit ist in (fast-)jedem Alter nach Entwicklungsstand und Interesse in unterschiedlicher Intensität und Tiefe möglich. In drei aufeinander aufbauenden Veranstaltungen:

  • Kindheit und Jugend
  • Erwachsenenalter
  • Alter

wollen wir uns dieser Vielfalt der Ansätze und Methoden alterssensibel widmen.

In einer Verknüpfung von Präsentation, Problemdiskussion und Gruppenarbeit können sich die Studierenden intensiv mit Biographiearbeit auseinandersetzen. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die praktische Einübung.


Methoden:

  • Lebenslinien, Lebenswege
  • Erinnerungskiste
  • Lebensbaum, Lebenskette
  • Lebensbuch (Wappen),
  • Erinnerungsarbeit mit Fotografien und Fotoalben,
  • Steckbrief,
  • Biographisches Memory,
  • Phantasiereisen
  • Familienrad
  • Genogrammarbeit
  • Anfertigen von Kollagen, Zeichnungen und thematischen Seiten über besondere Ereignisse
  • Erzählcafés,
  • Erinnerungsbuch
  • ZeitzeugInnenerzählungen
  • Beantwortung von Fragebögen , Ergänzung von Sätzen
  • Befragung von Verwandten, Bekannten, Geschwistern
  • Nutzung von Ton- und Filmaufnahmen, Zeittafeln, Chroniken, Landkarten, Tagebücher,
  • Reisen an innere Orte der Vergangenheit

Die jeweils notwendigen Materialien werden vor Veranstaltungsbeginn bekanntgegeben bzw. zur Verfügung gestellt.


Kursdaten:

  • Teilnehmerzahl: 8 – 14 Teilnehmer
  • Termine: 20.03.,  10.04.,  08.05.2021
  • Seminargebühr:  132,00 €
  • Umfang: jeweils 8 UE
  • Referent*in: Frau Kathrin Schaller


Buchung:

Auf unserer Webseite werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Wenn Sie weiter auf diesen Seiten surfen, erklären Sie sich damit einverstanden. Einverstanden