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Praxisreflexion / Fallarbeit

Soziale Arbeit ist heute durch ihre Verwobenheit mit gesellschaftlichen Spannungsverhältnissen und Entwicklungsprozessen, Erwartungshaltungen, institutionellen Rahmungen und durch die Biographisierung sozialer Probleme gekennzeichnet. Auf dem Weg der Normalisierung lassen sich in der Praxis Sozialer Arbeit oft die im Auftrag zutage tretenden Grenzen der KlientInnen in den Grenzen der eigenen Handlungsfähigkeit und in den vom sozialpolitischen Rahmen her gefährdeten Bedingungen wiederfinden. Das verweist auf die Notwendigkeit der Reflexion dieses Bedingungsgefüges in und neben dem beruflichen Alltag sozialarbeiterischer Praxis.

Ziel der Fallarbeit

… ist es, in der Praxis Sozialer Arbeit/ im Praktikum Impulse für neue Sicht- und Verhaltensweisen zu gewinnen und die individuelle Kommunikations- und Handlungskompetenz zur Normalisierung komplexer Problemlagen zu erweitern.

Lernen an der Praxis ist dabei eine zentrale Form der Professionalisierung.

Inhalte:

Um bei aller Komplexität Orientierungspotenzialen zur Bearbeitung der diffusen Anliegen oder des praktisch zur Lösung anstehenden Falls Rechnung zu tragen, nutzt Fallarbeit vielfältige Analysen des Methodenspektrums Sozialer Arbeit.   (bspw. bio-psycho-soziales Fachwissen über soziale Verursachungen, über sozialpolitische Normen, über Möglichkeiten und Grenzen beruflichen Handelns, über Dynamiken und Wirkzusammenhänge in komplexen sozialen Kontexten, Systemisches Denken …).

Zudem besteht in diesem Prozess der Suche nach kompetenten Vermittlungswegen nach innen und außen (unter Berücksichtigung der fachlichen Implementation und Begründung der öffentlichen Aushandlungsprozesse um konkurrierende Interessen), die Notwendigkeit eines besonderen Settings, eines geschützten Raums, den Fallarbeit bietet.


Methoden:

Fallarbeit kennzeichnet unter meiner Anleitung gemeinsames Lernen entlang von geteilten Erfahrungen zwischen individuellem Handlungshorizont und gemeinsamem Handlungshorizont – bei Studierenden/PraktikerInnen aus unterschiedlichen Institutionen. Mit Reflexion der Praxis bringt eine/ein Falleinbringende/r situationsbezogenes oder statusbezogenes Wissen über die Kontextualität eines Falles in die Fallarbeitsgruppe ein.

In der Regel werden nach der Einführungsrunde folgende Phasen durchlaufen:

  • Klärung der Ausgangssituation mit erster Bestandsaufnahme (Problemidentifizierung)
  • Problemschilderung
  • Abklären der Erwartungshaltung und Zielvorstellungen
  • Sammlung von zusätzlichen Informationen, die notwendig sind, um ein fundiertes Bild von der geschilderten Problemsituation zu erhalten und eine gemeinsame Entwicklung zwischen Wissens-Zuständen zu erreicht (Gruppenprozess)
  • Zentrierung des Auftrags
  • Gruppendynamische Entwicklung von mehrperspektivischen Lösungsmöglichkeiten
  • Auswertung der Fallarbeit mit der/dem Falleinbringenden im Kontext der Rahmung, zur Weiterentwicklung, Stellvertretung, Problemlösung  in der gemeinsam geteilten Praxis
  • Abschlussrunde


Kursdaten:

  • Teilnehmerzahl: 8 – 14 Teilnehmer
  • Termine:   27.03.,  12.06.,  25.09.,  06.11. und auf Anfrage
  • Seminargebühr:  132,00 €
  • Umfang: jeweils 8 UE
  • Referent*in: Frau Kathrin Schaller


Buchung:

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