Virtuell im internationalen Forschungsaustausch in Bangkok

Professor*innen der Fakultät ASW bei der ICEDU 2020

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07.04.2020

Professor*innen der Fakultät ASW bei der ICEDU 2020 - Virtuell im internationalen Forschungsaustausch in Bangkok

Moderne Forschung kann nicht nur regional oder national gedacht werden. Die Präsentation aktueller Untersuchungsergebnisse in internationalen Communities und die damit verbundene Reichweitenerhöhung aktueller Befunde unterstützen Forschungsprozesse ebenso wie damit einhergehende Erfahrungsaustausche, Netzwerkbildung, Ideenentwicklung und Kooperationsanbahnungen zukünftiger Vorhaben.

 

Vor diesem Hintergrund planten Professor*innen der Fakultät ASW Anfang April 2020 die Teilnahme an der 6th International Conference on Education (ICEDU) in Bangkok, die in diesem Jahr unter dem thematischen Rahmen “The New Face of Education: Innovation in Practice” ausgerichtet wurde. Die insgesamt 570 eingereichten Abstracts wurden in einem Double-Blind Peer Review Verfahren begutachtet. Die beiden Beiträge von Prof. Dr. Marcel Köhler und Prof. Dr. Dörte Görl-Rottstädt der Fachhochschule Dresden durchliefen das Evaluationsverfahren erfolgreich und gehörten zu den 89 ausgewählten Beiträgen, die zur Vorstellung während der Konferenz zugelassen wurden.

 

Die Reisevorbereitungen waren bereits abschlossen, als sich die Dynamik der COVID-19 Pandemie und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen auf den Hochschulalltag ebenso auszuwirken begannen wie auch auf die geplante Reise und Konferenzteilnahme. Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen liefen an der FHD die Vorbereitungen auf das bevorstehende Sommersemester auf Hochtouren. Parallel dazu wurde die Durchführung der ICEDU 2020 durch die Umstellung auf ein Online-Konferenzformat sichergestellt. Per Videokonferenzsoftware konnten sich die Teilnehmer*innen weltweit aus dem Homeoffice der Veranstaltung zuschalten. Die hervorragende Organisation der einzelnen Sessions zeigte sich u. a. darin, dass es durch die Beachtung der Zeitzonen den Teilnehmer*innen aller Kontinente ermöglicht wurde, sich aktiv in das Geschehen der Konferenz einzubringen. Daraus resultierten ein wissenschaftlicher Austausch und anregende Diskussionen auf hohem Niveau.

 

Herr Prof. Dr. Köhler referierte zu einer aktuellen Untersuchung zur sprachlichen Gestaltung von Unterricht an beruflichen Schulen. In seiner empirischen Studie untersuchte er mit Hilfe eines quasi-experimentellen Designs die Erreichbarkeit eines gemeinsamen Verständnisses von Aufgabenstellungen in schriftlichen Prüfungen bei Lehrperson und Lernenden. Die gewonnenen Erkenntnisse leisten einen Beitrag zur Verbesserung von Prüfungsprozessen und (Weiter-)Entwicklung einer „Unterrichtssprache“ als pädagogische Fachsprache. Die hohe Anschlussfähigkeit der Untersuchung an hochschuldidaktische Fragestellungen ermöglicht den zukünftigen Transfer des vorgestellten methodischen Ansatzes in akademische Lehr-/Lernprozesse.

 

Frau Prof. Dr. Görl-Rottstädt nahm die Zuschauer im weiteren Tagungsverlauf auf eine virtuelle Reise zu einem eher ungewöhnlichen Arbeitsplatz mit. Mir ihr wurden Lernpotentiale in den Arbeitsstrukturen und Arbeitsaufgaben der Bediensteten des Vollzugsdienstes in Gefängnissen entdeckt. Ihre Untersuchungen ergaben wichtige Erkenntnisse für Managementaufgaben zur Umsetzung von Beratungs- und Begleitungsprozessen in diesem Arbeitskontext. Gleichsam galt es über die Entwicklung von Gefängnissen zu einer lernenden Organisation zu diskutieren. Nicht nur aus Sicht der Sozialen Arbeit bergen diese Themen interessante Ansätze für weitere Forschungsarbeiten.

 

Die Vielfalt und die Qualität der auf der ICEDU 2020 bereitgestellten internationalen Forschungsbeiträge bieten Ansatzpunkte und Synergien für zukünftige Untersuchungsvorhaben. Zudem können dargestellte aktuelle Befunde dazu beitragen die akademischen Lehrkonzepte an der FHD zu ergänzen. Die Konferenz ICEDU hat hierzu einen erheblichen Beitrag geleistet und Anknüpfungspunkte für einen vertieften internationalen wissenschaftlichen und kooperativen Austausch geschaffen.

 

Prof. Dr. Marcel Köhler und Prof. Dr. Dörte Görl-Rottstädt

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